Adam Palka (Figaro), Anett Fritsch (Susanna) |  | Foto © Hans Jörg Michel
Le nozze di Figaro
Wolfgang Amadeus Mozart
Theater Duisburg
Mittwoch, 26. Dezember 2012
18:30 - 22:00 Uhr
Dauer: ca. 3 ½ Stunden, eine Pause
18,10 - 62,80 € Abo.+Y
Termin
Theater Duisburg
Juni 2013
Sa  |  29.06.  | 19:30  Abo. W Online Tickets: 18,10 - 62,80 €

Dauer: ca. 3 ½ Stunden, eine Pause
Ein junges Paar möchte heiraten. Doch dafür benötigt es die Zustimmung seines Dienstherren, der zudem das Recht besitzt, die Hochzeitsnacht mit der Braut zu verbringen. „Ius primae noctis“ heißt dieses feudale Herrenrecht, das trotz bürgerlicher Revolution und liberaler Zeitenwende noch zu Beginn des Ersten Weltkriegs in Europa nicht restlich getilgt war. In Mozarts (1756-1791) Oper „Le nozze di Figaro“, die nach der gleichnamigen kritischen Gesellschaftskomödie von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais entstand, ist es das Druckmittel, wodurch der Graf Almaviva die Gefügigkeit der Kammerzofe Susanna erzwingen will. Sich diesem Druck zu widersetzen, galt bei Beaumarchais als aufrührerischer Widerstand gegen eine Ordnung, in der ein einzelner alle Macht besitzt und deshalb alle anderen beherrschen kann.

In Mozarts Opera buffa ist es anders: Ivan Nagel spricht von „einer Anmaßung der Ungleichheit in der Buffa-Gemeinschaft der Gleichen“. Und tatsächlich unterwirft der Komponist Mozart seine Figuren keiner vorgegebenen Wertigkeit. Ob Graf oder Dienstmädchen, Hausherrin oder Kammerdiener, selbst ein intriganter Musiklehrer und der Gärtner – sie alle sind durch die Musik legitimiert und verkehren auf menschlicher Augenhöhe. Wo Beaumarchais eine Attacke auf ein geschlossenes Gesellschaftssystem wagte, unternimmt Mozart eine Operation am offenen Herzen. Sie endet mit dem von allen andächtig gesungenen „perdono“, das nicht nur eine Intrige um Liebe und Treue zum Guten wendet. Daraus spricht auch, wie verletzlich der Mensch ist, weshalb das Recht auf „Leben, Freiheit und menschliches Glück“ seit der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung unveräußerlichen Wert besitzt.

Der bekannte und erfahrene Opernregisseur und Theaterleiter Michael Hampe nennt „Le nozze di Figaro“ ein „reales Stück“ mit sozial genau bestimmbaren Situationen, die entsprechende konkrete Räume erfordern. Am Ende verlagert sich das intrigenreiche Spiel in die freie Natur, wo alle Spielarten der Liebe möglich erscheinen und, laut Hampe, als Quintessenz des ganzen Stückes die Absurdität der Klassengesellschaft vorführen.

 
***
Opera buffa in vier Akten KV 492
Libretto von Lorenzo da Ponte

 
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
 

Musikalische Leitung Christoph Altstaedt
Inszenierung Michael Hampe
Bühne und Kostüme German Droghetti
Licht Manfred Voss
Chorleitung Gerhard Michalski
Choreografie Michal Matys
Dramaturgie Hella Bartnig
 
Graf Almaviva Dmitri Vargin
Gräfin Almaviva Sylvia Hamvasi
Susanna Anett Fritsch
Figaro Adam Palka
Cherubino Annika Kaschenz
Marcellina Marta Márquez
Basilio Bruce Rankin
Don Curzio Paul Stefan Onaga
Bartolo Sami Luttinen
Antonio Peter Nikolaus Kante
Barbarina Anna Lucia Richter
Brautjungfer Sibylle Eichhorn
Chor Chor der Deutschen Oper am Rhein
Orchester Duisburger Philharmoniker
 

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