Boris Statsenko (Scarpia), Morenike Fadayomi (Tosca) | (c) Hans Jörg Michel
Tosca
Giacomo Puccini
Theater Duisburg
Freitag, 19. Februar 2010
19:30 - 22:00 Uhr / Wiederaufnahme

Dauer: ca. 2 1/2 Stunden, eine Pause
16,10 - 56,00 € Abo. Y

 
Dauer: ca. 2 1/2 Stunden, eine Pause
Baron Scarpia, der Polizeichef von Rom, begehrt die Sängerin Tosca, die mit dem Maler Cavaradossi liiert ist. Da dieser zur politischen Opposition gehört und den flüchtigen ehemaligen Konsul Angelotti versteckt, hat Scarpia einen Grund, seinen Nebenbuhler zu verhaften und Tosca zu erpressen: wenn sie ihren Geliebten vor der Hinrichtung bewahren will, muss sie sich dem Baron hingeben. Zum Schein geht Tosca auf diesen Handel ein, aber als Scarpia sie vergewaltigen will, ersticht sie ihn. Jetzt scheint der Weg in die Freiheit für Cavaradossi und Tosca offen zu stehen, doch Scarpias Macht reicht über seinen Tod hinaus.

„Quäle die Heldin“ nannte Victorien Sardou das Rezept seines Erfolges als Dramatiker. Folgerichtig ließ er Tosca am Ende seines gleichnamigen Dramas sterben. Ein Finale, das Giacomo Puccini nach anfänglichem Widerstand übernahm, auch wenn er seine Heldin zunächst lieber im Wahnsinn enden lassen wollte.
Dietrich Hilsdorf treibt in seiner von Presse wie Publikum hoch gelobten Inszenierung den Aspekt der psychischen Folter der Titelheldin Floria Tosca auf die Spitze. Mit Anleihen an George Orwells Roman „1984“ zeigt er in der Konfrontation der eifersüchtig liebenden Sängerin mit Scarpias Polizeistaat einen, an atmosphärischer Spannung kaum zu überbietenden, „realistischen Psychokrimi“ (Opernwelt). Die psychische Folter treibt die Sängerin schließlich in den Wahnsinn, den Puccini einst für sie vorgesehen hatte: Tosca kann nicht mehr zwischen Wirklichkeit und Fiktion unterscheiden.

Mit den Worten Orwells: „Die Realität existiert im menschlichen Geist und sonst nirgends.“

 
***
Giacomo Puccini
(1858-1924)

TOSCA
Melodramma in drei Akten
Libretto von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa
 
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
 

Musikalische Leitung Alexander Joel
Inszenierung Dietrich Hilsdorf
Bühne und Kostüm Johannes Leiacker
Chor Christoph Kurig
Chorleitung Kinderchor Petra Verhoeven
 
Tosca Morenike Fadayomi
Cavaradossi Gustavo Porta
Scarpia Boris Statsenko
Angelotti Timo Riihonen
Sagrestano Daniel Djambazian
Spoletta Florian Simson
Sciarrone Rolf Broman
 
Orchester  Duisburger Philharmoniker
 

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