Boris Statsenko, Olesya Golovneva | (c) Thilo Beu
Rigoletto
Giuseppe Verdi
Premiere
Im März 1850 erhielt Giuseppe Verdi vom Teatro La Fenice in Venedig einen Kompositionsauftrag. Als Sujet wählte er Victor Hugos Drama „Le Roi s'amuse“, mit dem er sich bereits früher beschäftigt hatte. Da die Uraufführung des Schauspiels 1832 in Paris zu Tumulten geführt hatte, erhob die Zensurbehörde zunächst Einspruch gegen die Vertonung des Stoffes, konnte aber durch Abänderungen der Personen und die Verlegung von Ort und Zeit der Handlung versöhnt werden. Auch wenn statt des französischen Königs jetzt der Herzog von Mantua den Frauen nachjagte, veränderte das nichts am Kern von Hugos Vorlage. Ebenso wie hier, leben die Protagonisten des „Rigoletto“in ihrer maroden Gesellschaft nicht nur aneinander vorbei, sondern missachten die Bedürfnisse des Anderen: Der Herzog sucht manisch und ohne Rücksicht auf Verluste nach erotischer Ablenkung von seiner Langeweile, ein leidender Vater wird verspottet, die Höflinge verüben ungestraft ein Verbrechen, Rigoletto schottet Gilda hermetisch vor den Gefahren des gesellschaftlichen Lebens ab und nimmt die Bedürfnisse seiner Tochter nicht wahr. Durch eine ausgefeilte Lichtdramaturgie unterstreicht Verdi das Geschick Gildas und Rigolettos, welches von vornherein unter keinem guten Stern steht. Regieanweisungen zu düsteren Lichtstimmungen durchziehen die Partitur: Als das Gewitter endlich losbricht, fasst Gilda den Entschluss, sich für den Herzog zu opfern, und beim letzten donnernden Blitzschlag vollzieht sich ihr Schicksal.

„Rigoletto“ wurde am 11. März 1851 in Venedig uraufgeführt und von Kritik und Publikum enthusiastisch aufgenommen. Die Oper bildet mit „Il trovatore“ und „La traviata“ (1853) die sogenannte Erfolgstrias, die Verdis endgültigen Durchbruch manifestierte.
 
***
Giuseppe Verdi
(1813-1901)

RIGOLETTO
Melodramma in drei Akten
Libretto von Francesco Maria Piave

 
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
 

Musikalische Leitung Johannes Debus / Wen-Pin Chien / Enrico Dovico / Ralf Lange / Daniel Jakobi / Patrick Francis Chestnut
Inszenierung David Hermann
Bühne Alexander Polzin
Kostüme Cristina Nyffeler
Licht Volker Weinhart
Chor Christoph Kurig / Gerhard Michalski
Dramaturgie Bernhard F. Loges / Gerhard Michalski
 
Rigoletto Boris Statsenko / Anooshah Golesorkhi / Andrzej Dobber
Herzog von Mantua Andrej Dunaev
Gilda Olesya Golovneva
Graf von Monterone Daniel Djambazian / Markus Marquardt / Adrian Sâmpetrean
Graf von Ceprano Rolf Broman / Lukasz Konieczny
Gräfin von Ceprano Jaclyn Bermudez / Judita Nagyová
Marullo Dmitri Vargin / Richard Sveda
Borsa Simeon Esper / Florian Simson
Sparafucile Timo Riihonen / Günes Gürle
Maddalena Katarzyna Kuncio / Geneviève King
Giovanna Cornelia Berger / Iryna Vakula
Henker Jwa-Kyeom Kim / Franz-Martin Preihs
Page Chieko Higashi / Victoria Demkina
 
Orchester  Düsseldorfer Symphoniker / Duisburger Philharmoniker
 

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